Plastikfrei einkaufen: 10 Tipps, um beim Einkauf Müll zu vermeiden

Der nächste Einkauf steht an und du fragst dich, wie du dabei unnötigen Müll vermeiden kannst? Zero Waste ist natürlich das große, erstrebenswerte Ideal, aber auch Less Waste durch Einkaufen ohne Plastik ist bereits ein toller Schritt, um etwas für die Umwelt zu tun.

Wir zeigen dir, wie du ab sofort unnötigen Verpackungsmüll vermeidest, (fast) ohne Plastik einkaufst und dadurch auch gleichzeitig bewusster konsumierst. Mit unseren zehn Tipps ist es gleich viel leichter, nachhaltiger und vor allem plastikfrei einzukaufen.

Stellen wir uns also gemeinsam dieser Herausforderung!

Warum ist es wichtig, Plastik und Müll zu vermeiden?

Die kurze Antwort: Wir verursachen einfach viel zu viel Müll! Im Schnitt produzieren wir in Deutschland pro Person fast 457 Kilogramm Haushaltsabfälle pro Jahr. Das sind über 1,25 Kilogramm am Tag.

Ein Teil davon sind Plastikabfälle, die sich nur sehr langsam abbauen. Kunststoff benötigt mehrere hundert Jahre und gefährdet währenddessen Umwelt, Gesundheit und Leben auf der Erde. Die Plastikflasche, die du gekauft hast, wird beispielsweise 450 Jahre brauchen, um sich vollständig zu zersetzen.

Die wichtigsten Gründe Müll zu vermeiden und plastikfrei einzukaufen:

Wir schützen Klima und Ressourcen

Wenn wir Abfall vermeiden, sparen wir den Verbrauch von endlichen Ressourcen und schützen dadurch auch das Klima. Bei Produktion, Transport und finaler Entsorgung eines Produkts werden nicht nur viele Treibhausgase produziert, sondern auch Unmengen an Rohstoffen, Energie und Wasser benötigt. Wichtig ist auch, nicht zu vergessen, dass Plastik aus Erdöl hergestellt wird.

Wir schützen Tiere und Umwelt

Müll gelangt schnell in die Umwelt und wird von Tieren als potenzielle Nahrung angesehen. Vor allem kleinere Plastikteile landen dadurch in den Mägen von Tieren. Sie sterben in vielen Fällen einen qualvollen Tod, da ihre Mägen voll mit Plastik sind und sie elendig verhungern. Oft werden sie auch durch Plastikmüll verletzt, verheddern sich darin und können sich nicht mehr bewegen.

Wir schützen uns

Plastik und Mikroplastik wird fast überall auf der Erde gefunden. Das Problem ist, dass Mikroplastik so klein ist, dass es über unsere Nahrung und durch das Wasser in unsere Körper gelangen kann. Plastik hat oft hormonell wirksame Substanzen wie Weichmacher und kann dadurch gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Das beste Plastik ist das, was wir nicht nutzen.

Zero Waste: Praktische Tipps und Ideen zum Einkaufen ohne Plastik

Du möchtest also plastikfrei einkaufen und Müll vermeiden. Dafür musst du dich vor deinem Einkauf nur ein wenig mehr vorbereiten. Mit einer kleinen Zero Waste Ausstattung kannst du nicht nur Verpackungsmüll vermeiden, sondern auch deine Lebensmittel größtenteils ohne Plastik einkaufen.

Werfen wir einen näheren Blick auf unsere zehn praktischen Tipps und Ideen für deinen plastikfreien Einkauf.

1. Nimm Stoffbeutel mit!

Der einfachste Tipp für deinen Einkauf ohne Plastik ist immer ausreichend Stoffbeutel mitzunehmen. Alternativ funktionieren natürlich auch Körbe, Rucksäcke oder Einkaufstrolleys perfekt. Dadurch musst du nicht mehr auf Plastiktüten zurückgreifen, um deinen Einkauf sicher nach Hause zu transportieren. 

Falls du doch mal nicht daran gedacht hast und es erst an der Kasse feststellst, kaufe lieber einen wiederverwendbaren Stoffbeutel statt des schnelllebigen Plastikbeutels.

2. Pack Obst- und Gemüsenetze ein!

Für deinen Obst- und Gemüseeinkauf lohnt es sich, wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze oder -beutel in verschiedenen Größen zu kaufen. So musst du den Einkauf nicht mehr lose in deinen Beutel werfen, sondern hast alles gut verstaut.

Diese luftdurchlässigen Netze sind ideal für deinen umweltbewussten Einkauf und vermeiden Müll. Zudem kannst du sie schnell reinigen, alles problemlos abwiegen und sagst für immer bye-bye zu den Plastiktüten.

3. Schnappe dir Vorratsdosen aus Edelstahl oder Glas!

Damit du an der Wurst- und Käsetheke die frische Ware nicht einzeln verpackt erhältst, lohnt es sich, Tupperdosen mitzunehmen. In vielen Fällen akzeptieren bereits einige Supermärkte und viele kleinere Geschäfte Frischhaltedosen und ermöglichen dir damit einen plastikfreien Einkauf.

In den sogenannten Unverpacktläden brauchst du sie sogar, um dein Wunschprodukt abzufüllen. Also vergiss nicht die Boxen bei deinem Zero Waste Einkauf!

4. Denk an Brotbeutel!

Dein nächster Stopp ist die Bäckerei, damit du frisches Brot, leckere Brötchen oder warme Brezeln ganz ohne Verpackungsmüll kaufen kannst. Nimm einfach deinen Brotbeutel mit und lasse dir alles darin einpacken. 

Statt der abgepackten Produkte im Supermarkt lohnt sich der Kauf bei einer echten Bäckerei gleich dreifach: Du unterstützt den lokalen Handel, vermeidest Müll und auch geschmacklich sind die Produkte um einiges besser.

5. Wähle plastikfreie Verpackungen!

Ein No-Brainer ist sicher, dass du dich zur Müllvermeidung im Alltag für nachhaltigere Alternativen zu Plastikverpackungen entscheidest. Suche bei Dressings, Ketchup, Joghurts etc. nach Glasflaschen und wähle Kartonverpackungen bei Nudeln, Reis, Eiern und Co. aus. 

Falls du einen Unverpackt- oder Hofladen in deiner Nähe hast, dann kannst du hier auch alles frisch abfüllen lassen. Mehr Zero Waste Einkaufserlebnis geht nicht.

6. Wenn Plastik, dann Großpackungen!

Nicht immer ist es machbar, komplett plastikfrei einzukaufen. Aber um trotzdem Müll zu vermeiden, solltest du dich dann für Großpackungen entscheiden. 

Damit vermeidest du trotzdem noch einen Teil an Verpackungsmüll und Plastik im Gegensatz zu den kleineren Packungen. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass die Großpackungen preislich meist sogar günstiger sind.

7. Hebe Schraubgläser auf!

Alte Schraub- oder Einmachgläser sind deine Allzweckwaffe beim Einkaufen ohne Plastik. Sie eignen sich perfekt für deinen Besuch im Unverpacktladen oder auf dem Wochenmarkt. Hier kannst du feuchte oder trockene Lebensmittel verstauen und direkt in den Küchenschrank stellen. 

Die Gläser bieten dir einen super Überblick darüber, was du noch in der Küche vorrätig hast. So vermeidest du nicht nur Verpackungsmüll, sondern auch Lebensmittelverschwendung.

8. Vermeide Produkte mit Mikroplastik!

Jetzt wird es komplizierter, denn Mikroplastik ist nicht sofort zu erkennen. Es gibt verschiedene Fachbegriffe hinter denen es sich verstecken kann. Um einen Überblick zu haben, lohnt sich ein Blick ins Internet. Auch der Download einer App, um Barcodes von Produkten zu scannen und Inhaltsstoffe zu prüfen, lohnt sich.

Vor allem in Zahnpasta sowie Kosmetik- und Reinigungsprodukten ist Plastik enthalten. Auf der sicheren Seite bist du hier mit zertifizierten Naturprodukten.

9. Spare Müll beim Onlineeinkauf!

Alles, was du offline beachtest, gilt auch in der Onlinewelt. Versuche hier weitestgehend plastikfrei einzukaufen, überlege, was du wirklich benötigst und versuche alles in einem Paket zu erhalten. 

Entscheide dich für Anbieter, die ohne Plastikmaterial versenden oder kontaktiere den Service und frage, ob sie bei Bestellungen Rücksicht darauf nehmen können. Das wird öfter gemacht, als du denkst.

10. Unterstütze lokale Märkte und Läden!

Soweit es dir möglich ist, besuche die Wochenmärkte, Bio- und Hofläden in deinem Ort. Wenn du zusätzlich auch einen Unverpacktladen hast, dann nichts wie hin! Hier findest du viele unverpackte Produkte und die Mitarbeiter*innen sind meist offen für die Nutzung von selbst mitgebrachten Dosen, Gläsern und Beuteln. 

Lokal, frisch und plastikfrei einkaufen ist die beste Variante, um Müll zu vermeiden, deiner Community und natürlich auch dir selbst etwas Gutes zu tun.

Lerne in unseren weiteren Artikeln rund um Nachhaltigkeit u. a. noch mehr zu Nachhaltigkeit im Alltag und wie du Plastik in Küche und Bad vermeiden kannst.

Quellen:

“Abfallaufkommen” vom Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/abfallaufkommen#siedlungsabfalle-haushaltstypische-siedlungsabfalle

“Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs von Kunststoffverpackungen in Deutschland in ausgewählten Jahren von 1991 bis 2018” von Statista: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/914363/umfrage/kunststoffverpackungen-verbrauch-pro-person-in-deutschland/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20den%20Verbrauch,deutlich%20%C3%BCber%20dem%20EU%2DDurchschnitt.

“Gesundheit: Chemie im Körper” von Ulrike Kallee und Manuel Fernandez: https://www.boell.de/de/2019/05/27/gesundheit-chemie-im-koerper

“Müllvermeiden hat Priorität” von WWF: https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/haushalt-und-gesundheit/vermeiden-und-recyceln 

“Mikroplastik und andere Kunststoffe in Kosmetik” von BUND: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_einkaufsfuehrer.pdf

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