Selbstliebe lernen: Was sich selbst lieben wirklich beinhaltet

Selbstliebe ist ein schönes Wort und auch die Grundidee dahinter verstehen wir sicherlich. Neben vielen Sprüchen zur Selbstliebe sang bereits Whitney Houston davon, wie wichtig sie ist: „Learning to love yourself, it is the greatest love of all”.

Uns selbst zu akzeptieren und zu lieben, wie wir sind, mit all unseren Fehlern klingt gut. Leider fällt es aber vielen von uns immer noch schwer, dies in die Realität umzusetzen. Doch Selbstliebe können wir Stück für Stück üben. 

Sich selbst lieben, ist die Basis für ein zufriedenes und glückliches Leben. Um es zu lernen, ist die einzige Voraussetzung, dass wir offen für Veränderungen sind und anfangen, unser*e eigene*r Cheerleader*in zu sein. Also Pompons rausgeholt und los gehts! 

Wir haben ein paar tolle Tipps und Übungen für mehr Selbstliebe zusammengestellt.

Die Bedeutung von Selbstliebe

Bevor wir in die Tiefe zur Selbstliebe gehen, müssen wir zunächst einmal verstehen, was dieses Wort überhaupt genau bedeutet. Deshalb gehen wir kurz darauf ein und erklären auch, warum es so wichtig ist, sich selber zu lieben.

Was ist Selbstliebe?

Der Begriff Selbstliebe bedeutet an sich einfach nur sich selbst zu lieben. Wichtig ist, zu lernen, uns anzunehmen, wie wir sind und uns uneingeschränkt zu lieben. Dieser Prozess fällt oft nicht leicht, da unser Gehirn von uns jahrelang darauf „trainiert“ wurde, nach Schwächen, Makeln und Fehlern zu suchen.

Doch sowohl die Schwächen als auch die Stärken gehören zu uns. Durch die Selbstliebe lernen wir jeden Teil von uns genauso bedingungslos lieben. Sich selber lieben lernen, bedeutet nämlich auch, uns zu akzeptieren, zu achten und auf uns zu vertrauen. 

Sich selbst zu schätzen, heißt nicht, dass wir uns ab sofort nicht mehr ändern dürfen und für immer so bleiben, wie wir sind. Das wäre mit einem Aufgeben gleichzusetzen, dabei ist Selbstliebe vielmehr unser positiver Antrieb im Leben. Weil wir uns lieben, streben wir auch nach Veränderungen. Nur so können wir uns selbst verwirklichen und uns als Individuen weiterentwickeln.

Selbstliebe sollte uns ein gutes Gefühl bringen und steht im Gegensatz zu Dingen wie Narzissmus, Egoismus oder Egozentrik. Diese haben nichts mit Selbstliebe zu tun. Vielmehr sind dies nur (schlechte) Mittel, um unsere Schwächen und oft auch unseren Selbsthass zu überdecken. Lernen sich selbst zu lieben, ist etwas, was wir nur für uns machen.

Warum ist Selbstliebe wichtig?

Selbstliebe bedeutet auch sich selbst zu finden oder wiederzufinden. Oft sind wir so beschäftigt, anderen unsere gesamte Liebe und Aufmerksamkeit zu geben, dass wir uns selbst dabei auf dem Weg ganz vergessen. 

Doch es ist entscheidend, auch sich selbst lieben zu lernen, denn die Selbstliebe bringt drei wichtige positive Auswirkungen mit sich:

1. Emotionale Stabilität

Durch Selbstliebe benötigen wir nicht mehr den Zuspruch und die Aufmerksamkeit anderer Personen. Auch lernen wir Kritik besser annehmen zu können und haben weniger Angst vor einer möglichen Ablehnung durch fremde Leute.

Wir machen uns nicht mehr emotional abhängig von anderen Menschen, sondern nehmen unser Leben selbst in die Hand und fühlen uns dadurch emotional stabiler.

2. Gestärktes Selbstvertrauen

Weniger Selbstzweifel und mehr Selbstliebe bedeuten auch gleichzeitig mehr Selbstvertrauen. Wir erleben weniger emotionale Achterbahnfahrten durch unsere unerfüllten Erwartungen an andere Menschen.

Durch das Wissen unserer Stärken und Schwächen ruhen wir mehr in uns selbst, sind ausgeglichener und machen, was wir für richtig halten. Wir lernen, unseren eigenen Weg zu gehen und stehen für Dinge ein, die uns wichtig sind.

3. Mehr Selbstachtung

Durch die Selbstliebe lernen wir uns selbst erst richtig zu schätzen. Wir achten ab sofort auf unsere eigenen Bedürfnisse und stellen diese nicht immer nur zugunsten anderer zurück.

Automatisch behandeln wir uns liebevoller, priorisieren auch unser eigenes Wohlergehen und sind zufriedener. Wir behandeln uns so, wie wir unsere*n beste*n Freund*in behandeln würden.

Zehn Tipps und Übungen für mehr Selbstliebe

Es gibt viele Tipps und Tricks, wie wir Selbstliebe entwickeln können. Wir haben uns auf zehn spannende Selbstliebe-Übungen für den Alltag konzentriert, die helfen, uns selbst besser lieben zu lernen. Der Impuls für alle Punkte kommt aus uns selbst und bringt uns auf den Pfad in Richtung mehr Selbstliebe.

1. Gönne dir Pausen und Auszeiten!

Ein einfacher und wichtiger Aspekt der Selbstliebe ist das Achten auf deine eigenen Bedürfnisse. Du respektierst, dass du keine Maschine bist, nicht immer funktionieren musst und auch regelmäßige Auszeiten benötigst. 

Sich selbst zu lieben bedeutet dich nicht ständig zu überfordern und aufzuopfern, sondern auch mal die Pausetaste zu drücken und dir Zeit für dich einzugestehen. Nimm Rücksicht auf deine mentale und körperliche Gesundheit! 

Manchmal reicht dafür eine kurze Meditation, eine halbe Stunde ein Buch lesen oder einfach ein Spaziergang in der Natur. Eine kleine Pause ist ein großes Geschenk an dich selbst!

2. Vergleiche dich nicht mit anderen!

Oft passiert es ganz automatisch und wir beginnen uns mit anderen zu vergleichen. Dabei verlieren wir meist, da wir Vergleiche zu Menschen ziehen, die gefühlt „weiter im Leben sind“ als wir oder die wir augenscheinlich als schöner, schlauer und erfolgreicher einstufen. 

Dieser Vergleich bringt dir am Ende nichts außer Frust und Resignation. Versuche, deine Gedankengänge zu stoppen, wenn sie wieder anfangen, dich mit anderen zu vergleichen. 

Lerne stattdessen deine Einzigartigkeit, dein Leben, deinen Körper und deine Fortschritte zu schätzen. Wenn du einen Vergleich benötigst, dann schaue zurück auf dein früheres Ich und entdecke, wie weit du bereits gekommen bist.

3. Sei du selbst!

Hier passt der Spruch von Oscar Wilde gut: „Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon.“ Im Alltag versuchst du anderen Menschen zu gefallen und passt dein Verhalten und deine Meinungen an? 

Im Berufsleben macht es bis zu einem gewissen Punkt Sinn, solange du dir selbst dabei noch treu bleibst. Im Privatleben solltest du dich aber nicht verstellen müssen, nur um andere zu beeindrucken oder (falschen) Erwartungen zu entsprechen. 

Wenn du nie du selbst sein kannst, dann wird dich das auf Dauer unglücklich machen. Beginne zu sein, wie du wirklich bist und lasse Menschen ziehen, die dich nicht so akzeptieren.

4. Sorge dich gut um deinen Körper!

Selbstliebe bedeutet auch, dass du deinen Körper sorgsam behandelst. Achte auf deine Bedürfnisse und schenke deinem Körper den Respekt, den er verdient hat. Höre auf mit dem ewigen Kampf und tiefen Hass gegen deinen eigenen Körper! 

Lerne stattdessen ihn mit all seinen vermeintlichen Makeln und Fehlern anzunehmen und vielleicht sogar zu lieben. Quäle dich nicht mehr mit ungesunden Diäten, sondern schenke dir mit einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf eine gute Basis für Liebe und Wohlbefinden. 

Wenn du lernst, in Einklang mit deinem Körper zu leben, wirst du merken, wie du dich ausgeglichener und zufriedener fühlst.

5. Lasse alle deine Gefühle zu!

Oft kategorisieren wir unsere Gefühle in positiv und negativ und verstecken Letztere. Dabei haben alle Gefühle ihre Daseinsberechtigung! 

Leider ist es auch heute noch so, dass Emotionen wie Wut, Trauer oder Angst nicht ausreichend Platz im Alltag haben. In vielen Fällen lernst du bereits von klein auf keine Schwäche oder Gefühle zu zeigen.

Dabei sind deine Gefühle ein wichtiger Teil deines Lebens und verschwinden nicht einfach, nur weil du sie lange genug unterdrückst. Gib deshalb auch den als negativ bewerteten Gefühlen genügend Raum. Du wirst merken, wie du dadurch mehr im Einklang mit dir selbst lebst und dich weiterentwickelst.

6. Bringe deinen inneren Kritiker zum Schweigen!

Du kennst sie bestimmt – diese innere Stimme in deinem Kopf, die dich kritisiert und dir das Gefühl gibt, nicht „gut genug“ zu sein? Sie redet mit dir, wie du wahrscheinlich nie mit jemandem reden würdest, den du liebst. 

Dieser innere Kritiker konzentriert sich auf deine vermeintlichen Makel und Fehler, um dir weiszumachen, dass du nicht liebenswert bist oder du etwas Bestimmtes nie erreichen wirst. Deshalb sollte es dein Ziel sein, diese Stimme zum Schweigen zu bringen. 

Versuche sie nicht mehr als Teil von dir zu sehen, sondern als eine dritte Person, deren Meinung du zwar hörst, die dir aber nicht mehr wichtig ist. Konzentriere dich stattdessen mehr auf die Dinge an dir, die du an dir liebst und andere an dir schätzen.

7. Führe dir deine Erfolge vor Augen!

Im Leben fokussieren wir lange und ausführlich alles, was wir noch erreichen, machen und schaffen wollen oder gerne auch auf unsere Misserfolge. Doch oft nehmen wir uns nicht genug Zeit, um einfach mal stolz auf uns und das bereits Erreichte zu sein. 

Deshalb nimm dir einen Moment und führe dir deine Erfolge vor Augen. Es gibt mit Sicherheit etwas, was du gut gemacht hast und wofür du dich loben solltest. Lerne dich selbst zu beglückwünschen, stolz zu sein und gib deinen Leistungen den Raum, den sie verdienen. 

Als Übung für mehr Selbstliebe bietet sich hier auch an, deine wöchentlichen oder monatlichen Erfolge niederzuschreiben. Wenn du lernst stolz auf dich zu sein, wirst du auch Hürden in der Zukunft besser meistern können.

8. Höre auf, immer perfekt sein zu wollen!

Wir haben bis zu diesem Punkt bereits einiges für mehr Selbstliebe gemacht. Dir fehlt jedoch noch etwas, um dich selbst noch mehr zu lieben, und zwar dich von deiner Perfektion zu verabschieden. 

Du hast mit Sicherheit hohe Erwartungen und Ziele, die du verwirklichen möchtest – daran ist nichts falsch, solange du auch Fehler und Niederlagen akzeptieren kannst und nicht alles zu 100 % perfekt machen willst. Das ist es, was dich menschlich macht. 

Du kannst keine Perfektion erwarten, da es sie nicht gibt. Das Einzige, was dein Drang danach immer perfekt sein zu wollen, mit sich bringt, ist Frust. Lerne deshalb, dass Perfektion in deinem Leben nicht notwendig ist und gut oft gut genug ist.

9. Vergebe dir!

Dieser Punkt könnte auch heißen: „Lasse die Vergangenheit hinter dir.“ Quäle und geißle dich nicht mehr mit Gedanken an das, was damals war oder was du damals hättest besser machen können. 

Du kannst es zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr ändern und das Einzige, was dir für dein Hier und Jetzt hilft, ist dir selbst endlich dafür zu vergeben. Gleiches gilt übrigens auch für Hass und Rachegelüste, die du gegen andere Menschen hegst. Dieser Groll verklärt und verbittert nur dein eigenes Leben. 

Befreie dich also von den Fesseln der Vergangenheit und schaffe wieder mehr Platz in deinem Leben für Neues.

10. Setze Grenzen!

Wichtig für die Selbstliebe ist auch, dass du lernst, anderen Menschen deine Grenzen zu zeigen. Wenn du selbst alles mit dir machen lässt, auch wenn du es nicht willst, dann ist es dringend an der Zeit dafür. 

Du musst nicht jedes Verhalten von anderen Menschen tolerieren, du darfst laut Nein sagen und du kannst dich von Menschen abwenden, die dir schaden. Mit den von dir gesetzten Grenzen schützt du deine mentale Gesundheit und lässt dir nicht mehr unnötig Energie rauben. 

Du brauchst auch keine Angst davor haben, dass sich dadurch Menschen von dir abwenden. Die Personen, die deine Grenzen nicht akzeptieren wollen, haben nämlich nichts in deinem Leben zu suchen.

Fazit

Der Weg zu mehr Selbstliebe braucht Zeit. Deshalb setze dich dabei nicht unnötig unter Druck, sondern versuche langsam und stetig umzudenken. Baue dafür deine alten Denkmuster ab und arbeite daran, die neuen Gewohnheiten und Selbstliebeübungen umzusetzen. In diesem Prozess wirst du dich selbst finden und lieben lernen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.