Minimalistischer Kleiderschrank: Tipps zum Kleiderschrank ausmisten und Kleidungsstücke aussortieren

Dein Kleiderschrank quillt über, aber du hast trotzdem das Gefühl, „Nichts zum Anziehen“ zu haben?

Damit bist du nicht allein! Wir haben fast alle viel zu viele Kleidungsstücke und ziehen nur einen Teil davon regelmäßig an.

Wir zeigen dir deshalb im heutigen Artikel, wie du wieder mehr Ordnung in deinen Schrank bringst, indem du Kleidung achtsam ausmistest und deinen Kleiderschrank richtig entrümpelst. Du erstellst dir Stück für Stück einen minimalistischen Kleiderschrank, der dein Leben ab sofort enorm erleichtern wird.

Bereite dich aber darauf vor: Du wirst weniger Kleidung in deinem Schrank haben und es wird dir anfangs vielleicht sogar „zu wenig“ vorkommen. Mit der Zeit wirst du aber deine ganz persönliche Minimalismus-Kleidung schätzen lernen, deinen eigenen Stil finden und immer wieder neue tolle Outfits zusammenstellen.

Die Vorteile eines minimalistischen Kleiderschranks

Allgemein bringt ein minimalistischer Lebensstil sehr viele Vorteile mit sich. Doch insbesondere bei einem reduzierten Kleiderschrank gibt es vier tolle Aspekte, die dich mit Sicherheit überzeugen werden.

Weniger ist eben oft mehr…

1. Eigener Stil

Du behältst nur noch Kleidung, die du wirklich liebst. Sachen, die du gerne anziehst, die gut sitzen und hochwertig sind. Dadurch erkennst du auch, was eigentlich dein ganz persönlicher Stil ist. Du entdeckst vielleicht ein bestimmtes Farbschema oder lernst, welche Materialien und Styles du gerne anziehst. Dieses Wissen bewahrt dich ab sofort auch vor vielen Fehlkäufen.

2. Mehr Platz und Ordnung

Sicherlich ein No-brainer, denn wenn du ausmistest, hast du auch wieder mehr Platz in deinem Kleiderschrank. Deine Kleidung kann atmen und vernünftig gelagert werden. Alles wirkt gleich viel aufgeräumter und du findest zudem schneller das gewünschte Kleidungsstück. Vielleicht merkst du sogar, dass du nicht einmal diesen riesigen Schrank benötigst und steigst auf einen Kleineren oder eine Kleiderstange um.

3. Enorme Zeitersparnis

Mit einem minimalistischen Kleiderschrank behältst du den Überblick über deine Sachen. Du findest schnell das gewünschte Oberteil, musst nicht mehr jeden Tag überlegen, was du anziehen willst und hast auch weniger Sachen, die du bügeln musst. Außerdem ist ab sofort jedes Teil in deinem Schrank ein Lieblingsteil, denn die „Schrankleichen“ hast du endlich entfernt.

4. Mehr Geld

Ab sofort heißt es für dich Qualität statt Quantität. Du gibst nicht mehr unnötig Geld für Kleidung aus, die du nicht anziehst, sondern investierst nur noch in Stücke, die du wirklich benötigst, die zu deinem Stil passen und langlebig sind. Dadurch sparst du sogar Geld, was du anderweitig nutzen kannst.

Wie viel Kleidung braucht man?

Die schnelle Antwort ist: Weniger als wir eigentlich denken!

Meist reichen pro Saison zwischen 30 und 40 Stücke aus. Das heißt natürlich nicht, dass du sofort so extrem reduzieren musst, es kann aber langfristig ein Ansporn sein, verschiedene Minimalismus-Methoden wie eine Capsule Wardrobe oder das Project 333 auszuprobieren.

Da dein Ziel ein minimalistischer Kleiderschrank ist, solltest du dir auf jeden Fall ein Limit an Sachen festlegen. Entscheide dabei ganz individuell, wie viel du von den jeweiligen Kleidungsstücken wirklich brauchst und vor allem auch nutzen wirst.

Zunächst einmal gehören natürlich deine absoluten Lieblingsstücke in den Schrank. Zusätzlich gibt es ein paar Basics wie Jeans, T-Shirt oder Blazer, die du auf jeden Fall haben solltest. Sie geben dir eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten und lassen sich für die verschiedensten Anlässe stylen.

Setze für jede Kleidungskategorie deine persönlichen Grenzen. Müssen es tatsächlich 10 Jeans sein oder reichen auch 3 deiner liebsten Hosen, zu denen du immer greifst? Gibt es nicht eigentlich 5 dicke Pullis, mit denen du gut durch die kalte Jahreszeit kommst? Wie viele Schuhe brauchst du wirklich? Analysiere jede Gruppe und reduziere auf eine für dich angenehme Zahl.

Beachte auch: Falls du dir etwas neu kaufen musst, dann versuche soweit wie möglich dich für faire, nachhaltige Mode oder Secondhand zu entscheiden. Mache dir am besten eine laufende Liste von dem, was du brauchst und ergänze so Step-by-Step deine minimalistische Garderobe.

Auch Sachen, die du nicht ständig benötigst, sondern nur für einen bestimmten Anlass, z. B. als Gast auf einer Hochzeit oder eine Feier kannst du dir oft auch einfach online oder bei deinen Freund*innen ausleihen.

Den Kleiderschrank ausmisten: Wie gehe ich vor?

Du stehst jetzt vor der anstrengenden Aufgabe, deinen Kleiderschrank zu entrümpeln. Nimm dir dafür ausreichend Zeit und setze dich nicht unter Druck. Meist dauert es länger, als wir denken und zwischendurch wollen wir am liebsten das Handtuch werfen.

Kleidung aussortieren

Als Erstes solltest du für eine Bestandsaufnahme wirklich alle Kleidungsstücke à la Marie Kondo ausräumen. Ordne die Sachen dabei in die verschiedenen Kategorien, um einen Überblick zu behalten: Kleider, Hosen, Pullover, T-Shirts, Unterwäsche, Schuhe etc.

Jetzt gehe jeden Stapel durch und schaue dir die einzelnen Teile genauer an. Frage dich bei jedem Kleidungsstück die folgenden 5 Fragen und behalte es nur, wenn du wirklich alle bejahen kannst:

  • Trage ich es gerne und oft?
  • Fühle ich mich wohl damit?
  • Passt es mir aktuell noch?
  • Falls nicht, kann ich es anpassen oder reparieren lassen?
  • Kann ich es gut mit meinen anderen Sachen kombinieren?

Anhand dieser Fragen entsteht ein Stapel an Kleidung, die du behalten und später auch wirklich tragen wirst. Belüge dich dabei aber nicht selbst, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Versuche, die Sachen so neutral wie möglich zu sehen und mit klarem Kopf zu entscheiden, ob ein Kleidungsstück wirklich wieder seinen Weg zurück in deinen Schrank findet.

Falls du bei einigen Kleidungsstücken unschlüssig bist, probiere sie noch mal vor einem Spiegel an und prüfe sie auf Herz und Nieren. Wenn du dich trotzdem nicht entscheiden kannst oder dich (noch) nicht davon trennen willst, dann packe diese Teile in eine „Vielleicht-Kiste“. Wenn du die Sachen in den nächsten 3–4 Monaten nicht vermisst, kannst du sie letztendlich aussortieren.

Alles andere, was du nicht behalten willst, kommt auf den Weg-Stapel. Von dieser Kleidung „befreist“ du dich und deinen Kleiderschrank. Hier kannst du zusätzlich unterscheiden in guter Zustand (=Weitergabe möglich) und schlechter Zustand (=Müll).

Am Ende solltest du einen Behalten-Stapel, eine Vielleicht-Kiste und einen Weg-Stapel haben.

Kleidungsstücke einräumen

Jetzt nutze die seltene Gelegenheit des leeren Kleiderschranks und säubere ihn ausgiebig. Überlege währenddessen, wie du deine Kleidungsstücke sinnvoll organisieren möchtest, damit du schnell alles findest.

Einheitliche Kleiderbügel, übersichtliche Körbe und eine Sortierung nach Farbe oder Länge helfen, deinen minimalistischen Kleiderschrank aufgeräumt zu halten.

Für einen guten Überblick hänge, soweit es geht auch deine Kleidungsstücke (außer z. B. schwere Strickteile oder Loungewear). Ein weiterer Vorteil: Sie zerknittern dadurch nicht so schnell.

Beim Einordnen kannst du auch zusätzlich Platz in deinem Schrank sparen, wenn du mit der praktischen Falttechnik der Konmari-Methode arbeitest:

Aussortierte Kleidung entsorgen

Bei der bereits aussortierten Kleidung entscheide jetzt nur noch, was du damit machen willst. In deinen Kleiderschrank kommen sie nicht mehr, aber sind die Sachen noch in einem guten Zustand, dann kannst du sie verkaufen, spenden oder verschenken.

Jedes Kleidungsstück verbraucht bei der Herstellung viele Ressourcen und ist daher viel zu schade für den Müll. Es ist daher empfehlenswert, dass du die Kleidung, die du nicht mehr trägst, weitergibst und ihr dadurch ein zweites Leben gibst.

Vielleicht machst du eine Tauschparty mit Freund*innen, verkaufst die Sachen auf einem Flohmarkt oder nutzt die verschiedenen Onlineplattformen wie Mädchenflohmarkt oder Vinted. So kannst du sogar noch etwas Geld verdienen und bereitest anderen Menschen eine Freude.

Fazit

Minimalismus im Kleiderschrank lässt sich ganz leicht umsetzen und gibt uns wieder mehr Überblick. Aussortieren und nur behalten, was wir wirklich lieben, ist die Chance, um einen minimalistischen Kleiderschrank zu erhalten.

Du wirst endlich deine Kleidung wieder mehr wertzuschätzen und neue tolle Kombinationen entdecken.

Mehr zum Thema Minimalismus findest du auch in unserem Post „Minimalistisch leben: 15 Minimalismus-Tricks für ein einfaches Leben”

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.