Minimalistisch leben: 15 Minimalismus-Tricks für ein einfaches Leben

In unserer heutigen Welt hat der Konsum überhandgenommen. Geschicktes Marketing will uns täglich zum Kauf verführen. Wir geben viel zu oft Geld aus, dass wir nicht haben, für Dinge, die wir nicht brauchen. Unsere Gedanken kreisen und sorgen sich um unseren materiellen Besitz.

Das klingt zunächst recht pessimistisch. Doch es gibt eine recht einfache Lösung, um dem Konsum-Teufelskreis zu entkommen: Minimalismus. Viele denken jetzt sicherlich an winzige Wohnungen, kahle Wände und eine limitierte Anzahl an Kleidungsstücken im Schrank. 

Doch minimalistisch leben bedeutet nur, sich auf das Nötigste und das Wesentliche zu beschränken und das kann für jede*n von uns etwas anderes bedeuten. Es ist mehr als nur ein Trend, sondern eine Lebenseinstellung, die uns ein einfaches Leben schenkt.

Wir beschäftigen uns mit all den Vorteilen, die Minimalismus mit sich bringt und geben dir 15 praktische Tipps für deinen Einstieg in ein Minimalismus-Leben. Du kannst bereits heute mit kleinen Veränderungen starten und jeden Tag ein wenig nachhaltiger, zufriedener und vor allem befreiter (er)leben.

Was ist Minimalismus?

Wie erwähnt, lässt sich Minimalismus für jede Person unterschiedlich definieren und an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Denn was für den alleinlebenden Menschen gut ist, muss nicht unbedingt für ein minimalistisches Leben mit Kindern in einer Familie funktionieren.

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern jeder Mensch darf selbst definieren, was Minimalismus für sie oder ihn bedeutet. Du musst nicht zwingend Sachen wild aussortieren, nur um auf irgendeine bestimmte Maximalzahl zu kommen, die Minimalismus scheinbar definieren soll.

Was wir aber sagen können, ist, dass uns Minimalismus von unnötigem Ballast befreit und den Fokus wieder auf die wichtigen Dinge im Leben legt. Wir besitzen nur das, was wir wirklich brauchen und lassen von Sachen los, die uns nicht glücklich machen und letztendlich nur belasten. 

Durch Minimalismus lernen wir ein einfacheres Leben zu leben, bewusst zu konsumieren und unseren Besitz wieder mehr zu schätzen. „Weniger ist mehr“ ist wohl das Motto, was ein minimalistisches Leben am besten beschreibt. 

Glück definieren wir nicht mehr nur an materiellen Dingen, sondern stattdessen an täglichen Erlebnissen, neu gewonnener Zeit mit geliebten Menschen oder Momenten ganz für uns selbst.

Wir fangen an, unseren Konsum, unsere Verpflichtungen und unsere Aktivitäten zu hinterfragen. Wir beginnen achtsamer zu leben. Was brauche ich wirklich? Was mache ich nur, weil es erwartet wird? Was kann ich aus meinem Besitz reduzieren? – diese Fragen stellen wir uns ab sofort.

Was sind die Vorteile von Minimalismus?

Vorteile eines minimalistischen Lebens gibt es viele, sodass wir uns hier auf fünf wichtige Punkte limitieren. Du wirst schnell erkennen, dass du durch ein Minimalismus-Leben zwar Gegenstände reduzierst, aber so viel mehr an Lebensqualität gewinnst.

1. Geringere Ausgaben

Ein Punkt, der sicher sofort überzeugt, ist, dass du durch einen minimalistischen Lebensstil Geld sparen wirst. Natürlich kaufst du weiterhin Sachen, die du benötigst, aber durch einen bewussten Konsum kommt es nicht mehr zu unnötigen Ausgaben.

2. Nachhaltigeres Leben

Weniger Konsum ist auch gut für die Umwelt. Dadurch, dass du minimalistischer lebst, trägst du aktiv dazu bei, weniger Ressourcen zu verschwenden. Je weniger du kaufst, umso geringer wird auch den CO2-Abdruck. Nachhaltigkeit und Minimalismus sind eng miteinander verbunden.

3. Mehr Freizeit

Ein einfaches Leben mit weniger Besitztümern bedeutet auch, dass du mehr Zeit für Dinge hast, die dir wirklich am Herzen liegen. Du musst nicht mehr so oft deine Wohnung aufräumen und Gerümpel wegräumen, sondern kannst dank eines minimalistischen Lebens wieder mehr deine Freizeit genießen.

4. Weniger Vergleiche

Wenn du weißt, was dir wirklich wichtig im Leben ist, dann bist du auch nicht mehr neidisch auf den neuesten Kauf deiner Freund*innen oder Kolleg*innen. Du lernst, dass dir dein minimalistisches Leben mehr bringt, als dir jedes neue Smartphone bringen könnte. Vor allem hörst du auf, dich und deinen sozialen Status mit anderen zu vergleichen.

5. Glücklicheres Leben

Minimalismus trägt zu einem glücklichen Leben bei. Durch ein minimalistisches Leben lernst du Dinge wieder mehr zu schätzen, hast mehr Ordnung und vor allem mehr Zeit in deinem Leben. Du hast alles, was du brauchst, musst dir aber weniger Sorgen darüber machen, ob du über die Runden zu kommst und kannst die gewonnene Zeit für Dinge nutzen, die dich kurz- und langfristig wirklich glücklich machen.

15 praktische Tipps und Tricks für den Einstieg in den Minimalismus

Damit dir der Einstieg in den Minimalismus leichter fällt, haben wir dir unsere ganz persönlichen 15 Tipps und Tricks zusammengestellt. Mache dich also gemeinsam mit uns auf den Weg in einen minimalistischeren Alltag, der dir Freude bereitet.

5 Tipps zum Start in ein einfaches Leben

Bevor es losgeht, helfen dir diese fünf Tipps, einen klaren Kopf beim Thema Minimalismus zu behalten.

1. Informiere dich zu Minimalismus

Glückwunsch, denn wenn du diesen Artikel liest, dann bist du bereits aktiv dabei! Lese Erfahrungsberichte auf Blogs und entdecke Bücher, höre Podcasts oder schaue dir auch gerne Dokumentarfilme zum Thema an. Spannend ist beispielsweise „Minimalism: A documentary about the important things” auf Netflix:

2. Starte mit einem kleinen Projekt

Du musst nicht sofort die ganze Wohnung leerräumen, sondern solltest deinen Weg zum Minimalismus langsam angehen. Nimm dir einen Bereich vor, der dir leicht fällt und dich nicht überfordert. Das kann eine Schublade, dein Kleiderschrank oder auch dein Make-up sein. Mit kleinen Schritten kommst du auch ans Ziel!

3. Suche dir Verbündete

Erzähle Menschen in deiner Familie und deinem Freundeskreis von deiner Idee, minimalistischer zu leben. Du wirst überrascht sein, aber oft bieten sie dir direkt ihre Hilfe an oder wollen selbst mitmachen. Gemeinsam macht es nicht nur mehr Spaß, sondern du hast auch jemanden, der dir mit Rat und Tat zur Seite steht.

4. Lasse Perfektion hinter dir

Ja, du musst lernen, nicht alles perfekt zu machen. Das gilt im Leben und auch beim Minimalismus. Reduziere deinen materiellen Besitz, aber mache es so, wie es sich für dich richtig anfühlt und nicht, wie es irgendeine scheinbare Norm (auch nicht unsere) festlegt.

5. Ausmisten ist nur der Beginn

Anfangs hast du die Aufgabe auszumisten, um dein Leben minimalistischer zu gestalten. Doch diese Arbeit endet nicht einfach, denn es gilt zu lernen, wie du weiter Minimalismus in deinen Alltag integrierst und der Versuchung widerstehst. Finde für dich passende Regeln. Sei es „ein neues Teil kommt, ein Altes geht”, weniger Stauraum oder „eine Nacht drüber schlafen” – du entscheidest.

5 Tipps für Minimalismus in deinem Zuhause

Du bist also in den Startlöchern und willst mit dem Ausmistungsprozess beginnen? Diese fünf Tipps beziehen sich auf deine Wohnung und wie du sie minimalistischer gestalten kannst. Beginne mit dem Punkt, der sich für dich gut und einfach anfühlt.

6. Miste deinen Kleiderschrank aus

Den Kleiderschrank aussortieren ist ein einfacher Weg, um minimalistischer zu leben. Räume alle deine Kleidungsstücke, Schuhe und Taschen aus Schrank, Schublade oder unter dem Bett hervor. Beginne sie in vier Stapel zu ordnen: Behalten, Unsicher, Weg und Reparieren. 

Die Sachen auf dem Unsicher-Stapel packst du für 3 bis 4 Monate aus deiner Sichtweite (z. B. in einen Karton). Wenn du in der Zeit etwas vermisst, darf es wieder in deinen Kleiderschrank, ansonsten kommt es auf den Weg-Stapel.

Prüfe regelmäßig deinen Schrankinhalt und fühle die Erleichterung, ein einfaches Leben zu haben und zu finden, was du wirklich anziehen möchtest. Auch Ideen wie eine Capsule Wardrobe oder Project 333 helfen dir einen minimalistischen Kleiderschrank zu entwickeln.

7. Ordne deinen Badezimmerschrank

Jetzt ist dein Badezimmerschrank dran. Hier räumst du alles an Kosmetik, Make-up, Medikamenten und Co. aus und prüfst zunächst das Haltbarkeits- bzw. Ablaufdatum sowie den Zustand der Produkte. Alles, was nicht mehr nutzbar ist, kommt logischerweise auf den Weg-Stapel. 

Bei den restlichen Artikeln nimmst du dir Zeit und hinterfragst, ob du sie wirklich magst und nutzt oder sie nur bei dir rumliegen. Verschenke lieber die Duschgels, die du nie nutzt oder nehme dir vor, etwas als Nächstes aufzubrauchen.

Setze dir dein persönliches Limit, wie viel du von bestimmten Sachen aufhebst. Spoiler: Niemand braucht wirklich 20 verschiedene Nagellacke. Entscheide dich lieber für deine 5 Favoriten, zu denen du immer wieder greifst.

8. Schaffe Platz in deiner Küche

Die nächste „Baustelle“ ist deine Küche. Neben den Lebensmitteln wirfst du hier auch einen Blick auf Geschirr, Küchengeräte und Zubehör. Oft haben wir nämlich viel zu viel in unseren Küchenschränken. 

Als erstes geht es an Kühl- und Vorratsschrank. Hole alles heraus und prüfe, welche Sachen bereits abgelaufen sind oder demnächst aufgebraucht werden müssen. Wenn du das regelmäßig machst, vermeidest du auch unnötige Lebensmittelverschwendung.

Danach geht es an den Rest der Küche. Schaue dir an, was du alles hast und was du davon regelmäßig nutzt. Brauchst du wirklich die 25 verschiedenen Tassen, den Eierkocher oder die 30 Tupperdosen? Wahrscheinlich nicht. Entscheide dich für eine Anzahl von Dingen, die in deiner Küche essenziell sind und verschenke, verkaufe oder spende alles andere.

9. Werfe einen Blick auf deine Dekoration

Jetzt geht es an die Details, und zwar an die Dekoration in deinem Zuhause. Raum für Raum begutachte deine Dekoartikel und entscheide, ob du sie wirklich liebst oder sie nur Staubfänger (und damit auch Zeiträuber) sind. 

Oft haben wir ein paar Lieblingsstücke, die in dem Meer an Dekoration fast untergehen. Durch einen minimalistischeren Stil gibt du den schönsten Stücken endlich wieder mehr Raum zum Strahlen.

Überlege, ob du nützliche Gegenstände in irgendeiner Form als Dekoration nutzen kannst. Das können ein schöner Obstkorb, eine Schmuckschale oder eine tolle Decke sein. Wenn du einen grünen Daumen hast, dann sind Pflanzen auch eine wundervolle Deko.

10. Beseitige dein Papierchaos

Überall haben wir in unserer Wohnung irgendwelche Zettel und Papiere liegen. Damit das ein Ende hat, lohnt es sich zunächst einmal am Briefkasten einen „Keine Werbung & kostenlosen Zeitungen“-Sticker anzubringen. 

Überdenke auch, ob deine aktuellen Zeitungsabos dir wichtig sind. Nutze stattdessen die digitalen Versionen oder kündige dein Abo komplett. Auch bei Büchern kannst du auf E-Books oder Hörbücher umsteigen oder dir Bücher in der Bibliothek oder bei Freund*innen ausleihen.

Falls du auch von zu Hause aus arbeitest, vermeide soweit es geht Ausdrucke. Hefte zudem alles, was nicht vermeidbar ist, mindestens einmal pro Woche in Ordnern ab oder scanne deine Unterlagen direkt ein. Du wirst merken, wie viel aufgeräumter dein Arbeitsplatz (und damit auch dein Kopf) sein wird.

5 Tipps, um langfristig minimalistisch zu leben

Nachdem dein Zuhause minimalistischer geworden ist, ist deine Reise zu einem einfachen Leben noch nicht vorbei. Unsere nächsten Tricks helfen dir, den Minimalismus weiter in deinem Leben zu behalten. Stelle dir diese fünf Fragen:

11. Warum brauche ich das?

Damit du nicht wieder dem unbedachten Konsum verfällst, solltest du anfangen, deine Kaufwünsche zu hinterfragen. Brauchst du es wirklich oder willst du es nur haben, weil es im Schlussverkauf, im Trend oder ganz hübsch ist? 

Überlege, was für eine Motivation hinter deiner Entscheidung steckt und wenn du dir unsicher bist, dann hilft es meist, ein paar Tage abzuwarten. Denkst du immer noch daran und findest es sinnvoll, einen Kauf zu tätigen oder ist das Bedürfnis abgeklungen?

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann merken wir, dass wir perfekt mit weniger leben können und nicht alles unbedingt brauchen, was wir haben wollen.

12. Was fehlt mir wirklich?

Damit du gar nicht mehr in die Versuchung kommst, unnötige Sachen zu kaufen, lohnt es sich, eine Wunschliste zu führen mit den Sachen, die dir wirklich fehlen oder von denen du bereits lange träumst.

Meist tendieren wir nämlich dazu, uns beispielsweise Kleidung zu kaufen, die wir oft in ähnlicher Form bereits haben oder die an sich gar nicht zu unseren anderen Sachen passt. 

Wir müssen nicht alles sofort haben und mit deiner Liste behältst du einen tollen Überblick darüber, was du wirklich benötigst. Oft kannst du dir einiges zum Geburtstag oder zu Weihnachten von Freund*innen und Familie wünschen oder auf einen Discount warten.

13. Kann ich es reparieren?

Wir sind schnell darin, einen Ersatz zu kaufen, wenn etwas kaputt geht oder nicht richtig funktioniert. Zu einem minimalistischen Leben gehört aber auch, dass wir versuchen, unsere Dinge zu schätzen und so lange wie möglich zu nutzen.

Daher sollten wir uns vor einem Neukauf immer erst die Frage stellen, ob wir nicht doch den kaputten Gegenstand reparieren können. Natürlich ist es nicht immer möglich, doch oft findest du viele praktische Tutorials online oder Hilfe in einem Repair Café und in deinem Freundes- und Bekanntenkreis. 

Wenn du etwas reparierst, tust du gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt, sprichst dich gegen die heutige Wegwerfgesellschaft aus und sparst in den meisten Fällen auch Geld.

14. Was ist mein Budget?

Du willst einfacher und reduziert leben? Dann solltest du dir auch ein monatliches Budget setzen und nicht über deine Verhältnisse, sondern innerhalb deiner Möglichkeiten leben. 

Heutzutage ist es einfacher denn je, Dinge „auf Pump“ zu kaufen, aber das hilft nicht, ein gesundes Verhältnis zum Konsum zu entwickeln. Minimalismus bedeutet auch, dass du deine Grenzen ziehst und lernst, was du ausgeben kannst und willst. 

Mit einem Budget kannst du auch einfacher einen klaren Kopf behalten, wenn du etwas Schönes in einem Geschäft entdeckst. Du weißt jetzt bereits, dass du es nicht brauchst, es nicht auf deiner Wunschliste steht und es dein Budget sprengen würde.

15. Kann ich mir das auch ausleihen?

Nicht alles musst du dir immer direkt kaufen. Viele Sachen kannst du dir auch einfach ausleihen. Dafür kannst du einfach in deinem Umfeld fragen oder aber auch online nach Anbietern suchen, bei denen du dir etwas ausleihen oder mieten kannst.

Das hat den Vorteil, dass du dir die Anschaffungskosten sparst und die Sachen nicht bei dir zu Hause rumliegen hast. Vor allem bei Produkten, die du nicht ständig brauchst, lohnt sich die Alternative des Leihens.

Beispiele, bei denen diese Möglichkeit oft sinnvoll ist, sind nicht nur Bücher, sondern auch Spielzeug, Werkzeuge oder Kleidung für besondere Anlässe. Stöbere am besten ein wenig im Internet und finde zu dir passende Alternativen zum Kauf.

Fazit

Minimalismus leben und erleben, ist gar nicht so schwierig, wenn du dich an unseren Tipps orientierst. Es ist trotzdem nichts in Stein gemeißelt und du kannst deinen Pfad zu einem einfachen und minimalistischen Leben in deinem Tempo gehen. Mit weniger leben bedeutet nicht nur Verzicht, sondern wird dir viel Freude, Klarheit und Freiheit schenken.

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